Der Naturpark grenzt im Westen an den Oberrheingraben. Seit dem Tertiär trennt er Vogesen und Pfälzerwald auf der linken Seite von Schwarzwald und Odenwald auf der rechten Seite des Grabens.


Buntsandsteinfelsen

Die Bergstraße, die sich von Wiesloch bis Darmstadt erstreckt, markiert den Übergang vom Oberrheingraben zum Odenwald.

Geologisch stellt der Odenwald den nördlichen Teil des Südwestdeutschen Schichtstufenlandes dar. Er überragt die Rheinebene um bis zu 400 m.

Der Katzenbuckel ist mit 626 m die höchste Erhebung des Odenwalds.

Wie der Schwarzwald, gliedert sich der Odenwald in das kristalline Grundgebirge und den Buntsandstein-Odenwald. Der Kristalline Odenwald ist ein stark zerteiltes Bergland, das aus Granitgesteinen aufgebaut ist. Dagegen ist der Buntsandstein-Odenwald eine Hochfläche, die durch längere und markante Täler gegliedert wird.
Diese Buntsandsteinschichten setzten sich südlich des Neckars im Kleinen Odenwald fort.

Die flach gewellte Hügellandschaft des Kraichgaus ist aus Kalk- und Sandsteinen zusammengesetzt und schließt die Lücke zwischen Odenwald und Schwarzwald. Sie geht nach Osten in die Muschelkalkhochfläche des Baulandes über.

Kurzfassung des geologischen Geschehens

Eberstadter Tropfsteinhöhle

Vor etwa 400 Millionen Jahren erschütterte die variszische Gebirgsbildung die Erde. Im Devon und Karbon entstanden die Tiefengesteine und die Umwandlungsgesteine des Kristallinen Odenwalds.

Im Perm wurde das riesige variszische Gebirge stark abgetragen. Im Kristallinen Odenwald kam es zu starken Vulkanausbrüchen.

Vor 225 Millionen Jahren beginnt das Erdmittelalter mit der Buntsandsteinzeit. Im damaligen Germanischen Becken mit seinem wüstenähnlichen Klima werden durch Wind und Wasser Sedimente abgelagert, die im Odenwald eine Höhe von 500 m erreichen.

Trotz der lebensfeindlichen Umgebung finden sich an Tümpeln und Wasserläufen bereits viele Pflanzen und Tiere. Ein Trematosaurus wurde in der Nähe des Katzenbuckels gefunden. Es ist ein Lebewesen, das vom Aussehen her an ein Krokodil erinnert, aber ein Amphibium ist. Ein Abguss seines Schädels ist im Naturpark-Zentrum zu sehen.

Aus dem Tethys-Meer dringt von Südosten salziges Meerwasser ein - im Odenwald beginnt vor etwa 215 Millionen Jahren die Muschelkalkzeit. Am Boden des Flachmeeres werden Muschelkalk-Schichten abgelagert, die im Naturpark über 220 m dick werden. Heute sind die Muschelkalk-Schichten zum großen Teil abgetragen. Nur im Kraichgau und im Bauland tritt er noch großflächig zu Tage.

Mit dem Tertiär beginnt vor 65 Millionen Jahren die Erdneuzeit. Es ist die Zeit großer tektonischer Unruhe. Die Alpen werden aufgefaltet und der heute 300 km lange und über 30 km breite Oberrheingraben bricht ein. Gleichzeitig werden die Ränder des Grabens emporgehoben. Dadurch werden alle Gesteinsschichten schräggestellt: Der Odenwald in seiner heutigen Form entsteht.

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